Intelligenter Produzieren
Ausgabe 2008/1Der Trend zum Outsourcing bei der Herstellung von Produkten wird in der deutschen Investitionsgüterindustrie mit Recht zunehmend in Frage gestellt. Konzepte, die sich in anderen Industriezweigen durchaus bewährt haben, müssen nicht zwangsläufig auch für Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus Garant für den Erfolg sein. Anders als die Großen der Automobilindustrie haben die typischen Betriebe der Investitionsgüterindustrie kaum die Marktmacht, die Zulieferindustrie „just in time“ zu steuern. Zudem werden die Logistikprozesse zunehmend unsicher und aufwendig, weil die Verkehrssysteme fühlbar an ihre Grenzen stoßen. In der Investitionsgüterindustrie steigt die Komplexität der Produkte und damit die der Fertigungsverfahren enorm. Dazu benötigt man in Konstruktion und Fertigung Mitarbeiter, welche die Grundvoraussetzungen mitbringen, diese Komplexität zu beherrschen und das Entwicklungstempo mitzugehen. In den Staaten Osteuropas, die auch in der Vergangenheit Maschinen und Anlagen liefern konnten, ist das Reservoir an einsetzbarer Arbeitskraft bald ausgeschöpft, entsprechend schwinden die Vorteile bei Löhnen und Gehältern. Gleichzeitig machen sich vielfach Qualitätsmängel bei den neuen Lieferanten aus dem osteuropäischen Raum bemerkbar, die im Fertigungsprozess Zeit und Geld kosten. Für ein mittelständisches Fertigungsunternehmen ist es selten sinnvoll, immer mehr von der Wertschöpfung, die das Unternehmen nährt, an andere abzugeben und sich dafür einen immer größeren Verwaltungsapparat aufzubauen, der die Funktion der externen Lieferkette sicherstellen soll. Schließlich sind auch die Vorteile zu beachten, den Fertigungsprozess der eigenen Produkte möglichst in vollem Umfang selbst zu beherrschen und auszuführen. Damit versetzen sich Hersteller in die Lage, an vielen Punkten konstruktiv und verfahrenstechnisch einzuwirken, um beispielsweise Fälschern das Kopieren der Produkte zu erschweren.
Autor: VDMA
26 Seiten
Erschienen: 2008